"Neue Weltmusik-Formation von Dorle Ferber lässt aufhorchen"
Nicht nur die „üblichen Neugierigen“ kamen am Sonntagabend in die Stadtbücherei Steinscheuer zum Premierenkonzert des neuen „Pavillon Trio“. Die stimmstarke Formation aus Dorle Ferber, Xu Fengxia und Uwe Martin wird nach diesem Auftritt in der Kulturszene sicher nicht zu überhören sein.
Die meisten Europäer kennen die chinesische Boomtown Shanghai bestenfalls aus der Speisekarte ihres Stammchinesen unter der Geflügel-Rubrik „Schicken Schanghaie“ (die Schreibweisen variieren ebenso, wie die Zubereitungsarten). Deshalb ist die musikalische Eigenkreation von Xu Fengxia mit dem Titel „Shanghai – Blue Sky“, wie alle weiteren Kreationen in diesem Premierenkonzert der neuen Gruppe „Pavillon Trio“ auch, ein Leckerbissen, den man sich nicht nur im Gehörgang schmelzen lassen, sondern auch auf der Zunge zergehen und optisch genießen kann. „Vielleicht einmal wieder in 100 Jahren“ hofft die chinesische Künstlerin bei der Anmoderation ihrer Eigenkomposition, wird man die „Blue Skies“ wieder in natura sehen. Da die Wolkenkratzer in Shanghai aber dermaßen pfeilschnell in den Himmel wachsen, ist der Wunsch wahrscheinlich per Expresslift überall in der neuen Weltmetropole minutenschnell zu erfüllen, denn wie dichtet schon Reinhard Mey mit Welterfolg: „Über den Wolken ... .“
Kreatives Repertoire
Himmelstürmende Anerkennung darf man auch der neuen Formation in Pfullendorf wünschen haben sie erst einmal die sicheren Gewässer am Bodensee verlassen. Denn was die musikalische Kreativität von Dorle Ferber (Violine, Stimme, Klangobjekte), Xu Fengxia (Guzheng = Wölbbrettzither, Sanxian = Laute, Stimme) und Uwe Martin (Kontrabass, Stimme) an belangt, sind die Horizonte weit gespannt. Das in Pfullendorf intonierte Repertoire reicht von Ausschnitten aus der Carmina burana über die schon beschriebenen Himmel über Shanghai bis hin zu dadaistisch – musikalisch umklammertem Mittelalter aus den Minnegedichten des Walther von der Vogelweide und zu einer sehr eigenwillig-attraktiven Interpretation von Berthold Brechts „Seeräuberjenni“. Natürlich stehen für das an „Weltmusik“ interessierte Publikum die „exotischen“ Instrumente im Vordergrund, für welche die Klänge der Guzheng = Wölbbrettzither und des „chinesischen Banjos“ Sanxian , von Xu Fengxia gekonnt und mit ganzem Einsatz gespielt, beispielhaft stehen. Verblüffend, welche Möglichkeiten die traditionellen, chinesischen Instrumente auch im Zusammenklang mit westlicher Musik bieten. Auch der vorarlberger Kontrabassist Uwe Martin harmoniert bestens mit innovativen Basslines und seinem Gesang mit den beiden Partnerinnen. Für Dorle Ferber, mit ihrern klang-farbigen Auftritten hier zu Lande bekannt wie ein weißer Rabe ist das Zusammenspiel in der neuen Formation „wie ein vor gezogenes Weihnachtsgeschenk“. Diese Freude am Spiel und Auftritt ist den Dreien auch an zu merken.
(PFULLENDORF/sz) Von unserem Mitarbeiter Ingo Selle

"Dadaistische Märchenstunde"
An der Schnittstelle zwischen Poesie, Musik und post-dadaistischen Klangexperimenten bewegt sich seit vielen Jahren Dorle Ferber. Sie lebt in der Nähe des Bodensees, wuchs aber in Mannheim auf, wo sie in den siebziger und achtziger Jahren als Sängerin und Geigerin eine bekannte Figur in diversen Rock- und Folkensembles war, Theater- und Filmmusik komponierte und aufführte. Mittlerweile tritt sie mit einem einzigartigen Repertoire solo auf oder geht mit der Schauspielerin Donata Höffer auf »Lese«-Tournee. Einen Eindruck ihres gereiften Personalstils, der zu Vergleichen mit Laurie Anderson oder Iva Bittova anregt, gibt die neue CD »Stroh zu Gold«. Die Texte stammen von Arp, aus chinesischen oder indonesischen Quellen, beim Titelstück dient eine Collage von Märchentexten der Gebrüder Grimm als Basis. Dazu singt Dorle Ferber Chöre ein, zwitschert, trällert, flüstert und kreischt. Aus den unterschiedlichsten Instrumenten holt sie Melodien und Geräusche hervor, kombiniert diese mit kraftvollen Themen auf der Geige, einem treibenden 7/8 Beat oder akustischen Loops. Unterstützt von diversen Gastmusiker entstehen so beeindruckende Klangminiaturen.
ZYLLAS LESEZEICHEN

"Das alles wird garniert mit Versatzstücken der Popkultur, bis jenes multitonale Gesamtkunstwerk entsteht, das nicht nur begeistert, sondern auch Spaß macht Ein herrliches Vergnügen"
ESSLINGER ZEITUNG

"Das gurrende Paradiesvögelchen mutiert unversehens zur quietschenden Schnattergans, aus den Ingredienzen ohrenschmeichlerischer Melodien braut sie eine dumpf brodelnde Hexenkesselsuppe zusammen."
DIE RHEINPFALZ

"Die Künstlerin verwandelte ihre Stimme in Laute aus der Vogelwelt oder in Märchengestalten. Ihre klar sich modulierende Stimme war reiner Hörgenuss."
SÜDKURIER

"...modernste Vokalphrasierungen zeigen die Nähe der Dorle Ferber zur Freiheit der konkreten Poesie und des Jazz. Ihre Integrationsfähigkeit und ihre multikünstlerische Lust führt irgendwie durch die Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Bei all dieser musikalischen Experimentierfreudigkeit war es vor allem die unbestreitbare Qualität der Stimme, die faszinierte."
DER TECKBOTE

"Geradezu meisterhaft entlockt sie der elektrisch verstärkten Violine Klänge, oft gemeinsam mit ihrer körpereigenen Stimme, die vom angenehmen Alt bis zum schrillen Sirenenton reicht."
STUTTGARTER ZEITUNG

"Graziös, grell mit Violine oder mit jedem Objekt aus Schrott: die Tonsequenzen brillieren einfallsreich. Neben der Vielfalt der Klanginstrumente ist es die weite Bandbreite der Stimme Dorle Ferbers vom Urlaut bis zum Opernschmelz, die die Kunst Ferbers ausmacht, ein Klangkosmos, der vielerlei Themen in tönende Formen übersetzt."
REUTLINGER NACHRICHTEN

"Dorfe Ferber ist eine Künstlerin, die mit Stimme und Klängen ihre Zuhörer fasziniert."
SÜDKURIER

"..den Vogel in der sprachlichen Flexibilität aber schoß Dorfe Ferber ab: Mal hoch quietschend, mal tief brummend ließ sie zum Klang von Metallen, Hölzern oder zur Geige ihre Stimmine springen und tanzen"
MANNHEIMER MORGEN

"Wunderschöne griffige Themen, die Adax Dörsam auf der akustischen Oktavgitarre intonierte, daneben wurde das Stille aufgerüttelt von Blues Episoden die Christei Marley oder Reffen an der E-Gitarre zu klangmächtigen Soli nutzten, umrankt von Dorfe Ferbers Geigenspiel. Und da diese in ekstatischen Bluesröhren ihre Gesänge kulminieren ließ, blieb an dem visionären Gehalt dieser Musik kein Zweifel übrig."
RHEIN-NECKAR-ZEITUNG